Lagom: Weniger ist mehr

Hygge kennt mittlerweile jeder. Aus Schweden schwappt ein neuer Einrichtungsstil nach Deutschland über: Mit Lagom ist alles im Lot.

Es ist für deutsche Zungen ungewohnt, diesen schwedischen Begriff auszusprechen. Und überhaupt, was soll das heißen? Lagom – das langgezogene a wird wie im englischen „law“ ausgesprochen – bedeutet so viel wie „genau richtig“. Skeptiker bezeichnen Lagom abwertend als durchschnittlich, Fans hingegen sehen darin die optimale Balance zwischen Funktionalität, Design und Wohnlichkeit.

Während der dänische Ausdruck Hygge für Gemütlichkeit steht, beschreibt das schwedische Lebensgefühl Lagom die goldene Mitte. „Also weder zu viel noch zu wenig, sondern genau im richtigen Maß“, erklärt Lola Akinmade Åkerström in ihrem Buch „In der Mitte liegt das Glück“. „Es geht darum, mit dem Notwendigen gut zu leben.“

Auf die Inneneinrichtung übertragen heißt das: klare Linien und eine ausgewogene Gestaltung. Die Räume sollten nicht zu voll sein. Das heißt aber nicht, dass alles aufs Wesentliche beschränkt sein muss, denn minimalistisch eingerichtete Räume wirken schnell kalt. Lagom ist genauso kuschelig, aber ein wenig reduzierter als Hygge.

Statt viel Krimskrams zu drapieren, konzentriert man sich lieber auf einige Lieblingsstücke – zum Beispiel ausgewählte Dekorelemente, an die besondere Urlaubserinnerungen geknüpft sind. Oder statt fünf verschiedener Vasen in unterschiedlichen Trendfarben begnügt man sich mit drei, die verschiedene Funktionen abdecken – große Vasen für einen üppigen Blumenstrauß, aber auch kleinere für zarte Wiesenblumen. Eine bewusste Auswahl ist der Schlüssel zum Lagom-Stil.

Mehr über Lagom auf LIVVI. Eine kürzere Version des Beitrags erschien in Das Einfamilienhaus.

Foto: OYOY Living Design