Mark Ronson: Tanzbare Tristesse

Mark Ronson verwandelt auf „Late Night Feelings“ seinen Liebeskummer in melancholische Disco-Songs.

Sein Herz ist gebrochen. Auf seinem fünften Studio-Album „Late Night Feelings“ verarbeitet Mark Ronson die Scheidung von der französischen Schauspielerin Joséphine de La Baume, mit der er sechs Jahre verheiratet war. Mit Herzschmerz kennt sich der Produzent aus: Auf dem Album „Back To Black“ von Amy Winehouse, mit dem seine Karriere 2006 erst so richtig in Fahrt kam, verarbeitete die Sängerin ihre On-Off-Beziehung mit Exfreund Blake Fielder-Civil. Ronsons Retro-Arrangements, inspiriert von Motown-Soul, schufen einen gelungenen Kontrast zum Dance-Pop-Allerlei der Nullerjahre.

Natürlich klingen auch die eigenen Liebeskummerlieder des 43-Jährigen nicht niedergeschlagen. Stattdessen setzt Mark Ronson auf tanzbare Uptempo-Beats. Im Titeltrack sind die verzweifelten Textzeilen der Schwedin Lykke Li mit einem flotten 70s-Disco-Groove unterlegt.

Das Album „Late Night Feelings“ handelt aber nicht nur von gebrochenen Herzen und Verlust. „Es geht um die ganze Palette an Gefühlen, die man spät in der Nacht hat, in den zehn, fünfzehn Minuten, bevor man einschläft“, erklärt Mark Ronson. Ob er nachts an seine nächste Komposition oder Kollaboration denkt? Die Handy-Kontakte des siebenfachen Grammy-Preisträgers, der neben Pharrell Williams zweifelsohne zu den stilprägendsten zeitgenössischen Pop-Produzenten gehört, würde man jedenfalls gerne mal durchstöbern.

In den letzten Jahre arbeitete der Brite mit Künstlern wie Adele, Diplo, Paul McCartney und der Rockband Queens Of The Stone Age zusammen. Vor fünf Jahren landete er mit Bruno Mars und „Uptown Funk“ einen Welthit. Zuletzt verhalf er Lady Gaga mit „Shallow“ aus dem Film „A Star Is Born“ zu einem überragenden Erfolg. Mit wem er neben bekannten Künstlerinnen wie Lykke Li und Miley Cyrus noch zusammenarbeitete, könnt ihr in der Rezension in der Passauer Neuen Presse nachlesen.

Foto: Sony Music